Ungebremstes Wachstum hat sich noch nie so unausgewogen angefühlt. Vorbei sind die Zeiten, in denen der finanzielle Erfolg eines Unternehmens das einzige Kriterium für Erfolg war. Immer häufiger fragen Verbraucher Unternehmen: Ja, aber was tun Sie, um Ihre Umweltbelastung zu reduzieren? Traditionell haben Unternehmen versucht, ihren ökologischen Fußabdruck durch vermeintlich „gute Taten“ für die Umwelt auszugleichen und gleichzeitig ihren Gewinn zu steigern. Amazon beispielsweise hat sich verpflichtet, bis 2030 Klimaneutralität zu erreichen. Die umweltbewusste Gesellschaft hinterfragt diese Bilanzierungsmethode jedoch selten. Schaden anzurichten und dann mit guten Taten um Vergebung zu bitten, ist nicht ewig tragbar, und die Welt erkennt dies allmählich.
Die Wirtschaft ist Teil der Umwelt
Willkommen in der Kreislaufwirtschaft. Unternehmen sind bestrebt, ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern, um dem Klimawandel und der Umweltzerstörung entgegenzuwirken. Daher wächst der Bedarf an wirksamen Maßnahmen zur Schadensbegrenzung. Die Entwicklung von Lösungen für das Recycling von Technologie und das Management von Elektroschrott hat sich in den letzten Jahren zu einem zentralen Thema entwickelt. Allein in den USA werden täglich über 100.000 Laptops entsorgt, und weniger als 20 % der Elektronikgeräte werden ordnungsgemäß recycelt – geschweige denn wiederaufbereitet und wiederverwendet. Durch das Recycling eines einzigen Laptops vermeiden Verbraucher die Emissionen, die durch das Fahren eines Pkw über 10 Tage entstehen. Elektroschrott, der nur 2 % des US-Abfalls ausmacht, ist für 70 % der gefährlichen Abfälle auf Deponien verantwortlich. Ziel einer Kreislaufwirtschaft ist es, unsere Abfallsysteme zu transformieren, indem Einwegmaterialien entweder abgeschafft oder recycelt werden. Durch den Kreislauf von Ressourcen kann sich die Natur regenerieren, und wir können den wachsenden Klimaproblemen wirksam begegnen. Die Umsetzung von Strategien, die eine Kreislaufwirtschaft fördern, würde bedeuten, von einer linearen Erfolgsauffassung – die das Gleichgewicht der natürlichen Ressourcen schädigt – zu einer aufzubrechen, die natürliche Ressourcen regeneriert und gleichzeitig die Wirtschaft nährt.
Recyclingtechnologie: Bei den derzeitigen Produktionsraten könnte die Menge an Elektroschrott bis 2050 auf 120 Millionen Tonnen pro Jahr ansteigen. Die größte Hürde für die Umstellung unserer Geschäftspraktiken ist die Umsetzung. Wir müssen ein doppeltes Ziel verfolgen. Das bedeutet, Wachstum und Erfolg neu zu definieren: weg vom reinen Gewinn, hin zu Gewinn plus Umweltverträglichkeit (und ja – das kann sich kurzfristig auf die Gewinne auswirken). Doch diese Herausforderung birgt auch zahlreiche Geschäftschancen. Mit der steigenden Nachfrage nach einer ökologisch nachhaltigen Wirtschaft verändern sich auch die Kundenpräferenzen. Wir werden Nutzungsänderungen beobachten – vom Besitz und der anschließenden Entsorgung hin zu Miete, Renovierung und Recycling. Die Vorteile liegen in der Reputation und der Kundenbindung. Neue Kompetenzen und Arbeitsplätze werden in den Bereichen Sammlung, Aufbereitung und Reverse-Logistik benötigt. Innovationen könnten sich hin zu Abonnementdiensten statt reinem Besitz entwickeln. So kann sich ein Unternehmen als Anbieter erweiterter Dienstleistungen positionieren, anstatt nur Verkäufer zu sein, und potenziell die Kosten für den Endverbraucher senken. Recyclingtechnologie bietet neben den ökologischen Vorteilen auch Kosteneinsparungspotenzial. Angesichts von Ressourcenknappheit, Lieferkettenrisiken und Preisschwankungen ist das Recycling von Abfallmaterialien wirtschaftlich sinnvoll.
Die Zukunft ist garantiert zirkulär, es ist nur eine Frage der Zeit. Unternehmen, die eine Kreislaufwirtschaft anstreben, können damit beginnen, ihren eigenen Ansatz im Lebenszyklusmanagement ihrer Anlagen zu überprüfen. Der erste Schritt ist ein Prozess der Selbstreflexion. Der globale Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft kann neue und nachhaltige wirtschaftliche Chancen eröffnen, erfordert aber von Unternehmen ein Umdenken. Technologie so lange zu nutzen, bis sie nicht mehr funktioniert, ist möglicherweise nicht der beste Weg für die Zukunft. Verantwortung zu übernehmen ist der erste Schritt.
